Vielleicht habt ihr schon einmal bemerkt, dass eure Mitschüler etwas anderes essen als ihr selbst. Das kann z.B. an unterschiedlichen Religionen liegen.

In jeder Religion gibt es Speisevorschriften. Sie gelten im Alltag, für Festtage und Fastenzeiten, in manchen Religionen auch für die Art der Zubereitung. Einige Regeln dienen dem Respekt gegenüber Tieren. Andere sollen an ein Ereignis oder an eine Person erinnern, die Gesundheit fördern, zum Nachdenken anregen oder die Selbstbeherrschung trainieren. Manchen Religionen haben sogar eigene Worte für erlaubte Speisen. Musliminnen und Muslime essen zum Beispiel „halal“ (= erlaubt) und Jüdinnen und Juden „koscher“ (= zugelassen). Ein Freund meiner Familie, der Moslem ist, hat mir zum Beispiel erzählt, dass er zum Thema Essen folgende Punkte beachten muss:

Man darf kein Schwein essen. Das gilt beispielsweise auch für Gummibärchen wegen der Gelatine. Beim Grillen muss man den Grill auch erst wieder reinigen, bevor man Pute oder etwas anderes darauf brät.

Buddhisten haben keine einheitlichen Regeln, welche Nahrungsmittel sie essen dürfen und welche nicht. Wichtig ist ihnen vor allem, Lebensmittelverschwendung zu vermeiden. Sie sollen nur dann essen, wenn sie wirklich Hunger haben, und dann nur so viel, dass sie gerade satt werden. Zudem ist es im Buddhismus verboten, noch genießbare Nahrungsmittel einfach wegzuwerfen oder verderben zu lassen. Ein weiteres wichtiges Gebot besagt, dass kein Lebewesen leiden soll. Daher ist es vielen Buddhisten wichtig, keine Tiere zu töten, nur um sie zu essen, weshalb viele von ihnen vegetarisch leben. Allerdings verzichten nicht alle Buddhisten auf Fleisch und Wurst. Was jemand isst, hängt oft von der jeweiligen Glaubensgemeinschaft und dem kulturellen Umfeld ab. Buddhistische Mönche unterliegen noch einer besonderen Regel: Sie müssen sich ihr Essen und Trinken erbetteln, wobei sie nichts ablehnen dürfen, was man ihnen anbietet.

Im Christentum gibt es eigentlich keine festen Regeln, was man essen darf und was nicht. Trotzdem gibt es Traditionen, wie zum Beispiel das Fasten vor Ostern, bei dem viele Christen auf Fleisch verzichten. Außerdem essen viele katholische Christen freitags kein Fleisch, weil es an den Tod von Jesus erinnert. Im Hinduismus ist es ähnlich, dass viele Menschen bestimmte Sachen nicht essen. Zum Beispiel essen viele Hindus kein Rindfleisch, weil Kühe als heilig gelten. Zudem leben viele Hindus vegetarisch, weil sie an das Prinzip der Gewaltlosigkeit glauben und keine Tiere töten wollen.

Text: Emma Seeger (7b)