Die Gefahren von Snapchat
Viele Jugendliche nutzen Social Media, um mit ihren Freunden zu chatten, Bilder zu tauschen oder um neue Leute kennenzulernen. Eine sehr beliebte App dafür ist Snapchat, aber ist das wirklich so ungefährlich?
Snapchat wirbt damit, dass man dort versendete Bilder nur einmal ansehen kann und diese dann weg sind. Was viele Menschen jedoch nicht bedenken, ist, dass die andere Person jeder Zeit Screenshots aufnehmen, oder den Snap abfotografieren kann. Und genau das ist es, was die App so gefährlich macht.
Die Mehrheit der Nutzer von Snapchat sind Teenager im Alter von 13 bis 25 Jahren, die die App dafür nutzen, um mit ihren Freunden und Bekannten in Kontakt zu bleiben oder um neue Kontakte zu knüpfen. Jedoch weiß man nicht immer, wer wirklich hinter dem anderen Nutzer steckt.
Auf Snapchat ist es sehr einfach, sich als jemand anderes auszugeben oder anonym zu bleiben. Dies wird leider sehr oft ausgenutzt. Snapchat ist eine der Apps auf der sich viele Sexualstraftäter deutschlandweit bewegen, da die Anonymität und das einmalige Ansehen der Snaps, das die App verspricht, es ihnen einfach macht.
Die Zahlen verdeutlichen die Relevanz des Problems: Im Jahr 2024 entfielen über 40 % der Straftaten mit bekannter Plattformzuordnung auf Snapchat. Darüber hinaus berichtete knapp ein Viertel der unter 18-Jährigen, bereits Erfahrungen als Opfer von mindestens einer Form des Cybergroomings gemacht zu haben. Dies sind jedoch nur die Zahlen der polizeilich erfassten Straftaten, deshalb kann man davon ausgehen, dass die Dunkelziffer noch weitaus höher ist.
Aber wie erkennt man diese Gefahren und was kann man dagegen tun?
Oft beginnen die Täter damit, ihren Opfern übertriebene Komplimente zu machen, um intime Fotos zu bitten, oder sie beginnen, die Jugendlichen zu manipulieren. Meist bitten sie schnell um Geheimhaltung ihrer Chats. Sobald sie merken, dass sie eine gewisse Vertrauensbasis erreicht haben, fangen sie an, ihre Opfer nach Bildern oder Videos zu fragen. Dabei reden die Täter den Jugendlichen ein, dies sei alles ganz normal.
Den Teenagern wird erst im Nachhinein bewusst, dass es eventuell gefährlich war, mit Fremden zu schreiben. Sie trauen sich aber nicht, mit jemandem darüber zu reden, da es ihnen unangenehm ist. Dadurch kommt die Mehrheit der Cybergroomer mit ihren Taten davon, weshalb im vergangenen Jahr die Quote der Sexualstraftaten im Netz um 6% gestiegen ist.
Wenn du betroffen sein solltest, kannst du dich zum Beispiel an Klicksafe oder FragZebra wenden. Sprich auch mit Freunden, wenn du dich nicht traust, deine Eltern anzusprechen.
Text: Elena Kolb