Studierende informieren über psychische Gesundheit
Psychische Erkrankungen gelten in der Gesellschaft noch immer als Tabuthema – genau hier setzt das Projekt „Mind the Mind“ an. Eine Gruppe engagierter Psychologiestudierenden, aus verschiedenen Semestern der Universität Würzburg, hat es sich zur Aufgabe gemacht, Vorurteile abzubauen und Aufklärung zu leisten. Ihr Ziel: Die Stigmatisierung psychischer Erkrankungen nachhaltig zu verringern. Das Projekt ist Teil einer europaweiten Initiative der European Federation of Psychology Students’ Associations (EFPSA), die bereits seit zwölf Jahren erfolgreich durchgeführt wird. Auch in Würzburg tragen die Studierenden dazu bei, das Bewusstsein für mentale Gesundheit zu stärken und einen offenen Umgang mit dem Thema zu fördern.
Im Zentrum ihrer Arbeit stehen interaktive Workshops an Schulen. Diese richten sich an Schülerinnen und Schüler ab der achten Klasse und werden in kleinen Teams durchgeführt. Anders als klassische Unterrichtsformate setzen die Studierenden bewusst auf Dialog statt Frontalvortrag. „Uns ist wichtig, auf Augenhöhe zu sprechen“, betonen die Organisatoren. Die Jugendlichen sollen nicht nur Informationen erhalten, sondern auch eigene Erfahrungen und Gedanken einbringen können.
Während der etwa 90-minütigen Workshops in unseren 10. Klassen wurden verschiedene psychische Erkrankungen wie Depressionen, Angst und Essstörungen sowie die Borderline Persönlichkeitsstörung thematisiert. Gleichzeitig ging es darum, Raum für Austausch zu schaffen: Wie fühlen sich Betroffene? Wie können Angehörige unterstützen? Und welche Hilfsangebote gibt es vor Ort? Auch diese Fragen wurden gemeinsam diskutiert. Ziel war es, Unsicherheiten abzubauen und den Zugang zu Unterstützung zu erleichtern.
Neben der Arbeit in den Schulen treffen sich die Studierenden regelmäßig, um Inhalte vorzubereiten, Erfahrungen auszutauschen und neue Kooperationen mit Schulen aufzubauen. Mit ihrem Engagement legen die Beteiligten den Grundstein für eine offenere Gesellschaft – eine, in der psychische Erkrankungen kein Tabu mehr sind, sondern als das verstanden werden, was sie sind: ein Teil der menschlichen Realität.
Text: Victoria Grund
Bilder: Christian Schwerdtfeger, EFPSA und Julius-Maximilian-Universität Würzburg