Was kommt nach der Schule? Diese Frage beschäftigt viele Jugendliche kurz vor dem Abitur. Um darauf Antworten zu finden, die über rein theoretische Informationen hinausgehen, fand im Rahmen der Projekttage der „Karrieretag“ 2026 für die 12. Jahrgangsstufe statt. Das Besondere an diesem Tag: Als Referenten kehrten ehemalige Absolventinnen und Absolventen an das Gymnasium Wiesentheid zurück. Da sie einst in denselben Klassenzimmern saßen wie die heutigen Schülerinnen und Schüler, boten ihre Berichte eine besonders greifbare und motivierende Perspektive auf die Zeit nach dem Abschluss.
Die Vorbereitung auf diesen Austausch begann bereits im Vorfeld. Die Gäste hatten Informationen zu ihren typischen Tätigkeiten und ihren Lebensläufen bereitgestellt, sodass die Jugendlichen gezielt wählen konnten, welche Vorstellungen sie besuchen wollten. In drei Durchgängen gab es Raum für intensive Gespräche. Für jeden Austausch waren rund 75 Minuten eingeplant, was weit über eine reine Kurzvorstellung hinausging. Ziel war es, dass die Ehemaligen ihren Werdegang, ihren Beruf und ihren Arbeitsalltag ausführlich beschreiben konnten. Dabei blieb ausreichend Zeit für individuelle Fragen der Teilnehmer.
Das Spektrum der vorgestellten Berufsfelder war breit gefächert. So gab Frau Heinkel-Schmitt Einblicke in die Bereiche Personalentwicklung und Ausbildung, während Herr Schäfer über das Arbeitsfeld Brand Consulting berichtete. Das Bauingenieurwesen wurde von Frau Huller vertreten und Herr Laudenbach sprach über seine Erfahrungen in der selbständigen Handelsvertretung. Auch andere Themenfelder kamen nicht zu kurz: Frau Molnar referierte über digitale Kompetenzen und Transformation, während Herr von Kiesling den Bereich Supply Chain Management vorstellte. Den Abschluss bildete unter anderem ein Einblick in die Kommunalpolitik durch das Bürgermeisteramt, vertreten durch Herrn Vinzens.
Pädagogisch ist dieser direkte Austausch von großem Wert. Wenn ehemalige Schüler berichten, wie sie mit Herausforderungen im Studium oder im Beruf umgegangen sind, baut dies Hemmschwellen ab. Es wurde deutlich, dass Karrierewege selten geradlinig verlaufen und auch private Herausforderungen Teil der beruflichen Entwicklung sind. Dieser ehrliche Umgang mit Erfolgen und Hürden hilft den Jugendlichen, realistische Erwartungen an ihre eigene Zukunft zu entwickeln. Der Tag bot somit nicht nur fachliche Informationen, sondern war auch eine wichtige Lektion in Sachen persönlicher Weiterentwicklung und Resilienz.
Mit neuen Impulsen und einem klareren Bild von den vielfältigen Möglichkeiten nach dem Abitur gehen die Schülerinnen und Schüler nun in die letzte Phase ihrer Schulzeit.
Text: Christian Schwerdtfeger
Bilder: Asel Temiz, Ben Renner, Mark Weidt und Lilly-Marleen Wichmann


