Die Frage nach der passenden Berufs- oder Studienwahl ist für die Schülerinnen und Schüler der 12. Jahrgangsstufe präsenter denn je. Um hier fundierte Entscheidungshilfen zu bieten, fand kürzlich erneut der traditionelle „Huckepack-Tag“ am Gymnasium Wiesentheid statt. Das Konzept dieses Tages ist so simpel wie effektiv: Erfahrene Fachkräfte und Studierende nehmen die Jugendlichen ein Stück weit „huckepack“ in ihren Berufs- oder Studienalltag und teilen authentische Einblicke, die über klassische Broschüren weit hinausgehen.
Ein wesentliches Merkmal des Huckepack-Tags ist die Selbstbestimmung der Schülerinnen und Schüler. Bereits im Vorfeld konnten sie aus einem breiten Portfolio an Vorstellungen wählen, welche Berufsfelder oder Studiengänge sie am meisten interessieren. In mehreren Durchgängen erhielten sie so einen maßgeschneiderten Einblick in verschiedene Lebensläufe. Die Referenten nutzten dabei ansprechende Präsentationen und Videos, um ihren Arbeitsalltag greifbar zu machen, und standen für alle individuellen Fragen zur Verfügung.
Die Bandbreite der vertretenen Institutionen und Unternehmen deckte auch in diesem Jahr verschiedenste Interessen ab. So konnten sich die Jugendlichen beispielsweise bei der Bundespolizei über Sicherheitsberufe informieren oder bei der Raiffeisen Bank Einblicke in das Finanzwesen gewinnen. Regionale und überregionale Unternehmen wie Schaeffler, Göpfert Maschinen oder Pflanzen Weiglein zeigten die vielfältigen Möglichkeiten im kaufmännischen und technischen Bereich auf. Auch medizinische Fachbereiche waren durch Dr. A. Möhringer sowie die Universität Würzburg im Bereich Humanmedizin stark vertreten. Dr. W. Knaier gab einen Einblick in die Arbeit eines Juristen.
Neben dem klassischen Berufsalltag nahm die akademische Ausbildung einen großen Raum ein. Die Universität Würzburg präsentierte ein breites Spektrum an Studiengängen, das von Chemie und Psychologie über Wirtschaftswissenschaften und Romanistik bis hin zu zukunftsweisenden Feldern wie Künstlicher Intelligenz & Data Science reichte. Besonders lebendig wurde es bei der Vorstellung von Kräuter Mix: Hier blieb es nicht nur bei der Theorie, sondern die Schülerinnen und Schüler konnten durch das Zusammenstellen eigener Gewürzmischungen den praktischen Bezug zur Produktentwicklung direkt erfahren.
Dieser direkte Austausch ermöglicht es den Jugendlichen, eigene Erwartungen mit der Realität abzugleichen und Vorurteile gegenüber bestimmten Berufsfeldern abzubauen. Das direkte Feedback der Schülerinnen und Schüler war dementsprechend sehr positiv. Dieser ehrliche Dialog stärkt die Entscheidungskompetenz der angehenden Abiturienten und gibt ihnen die nötige Sicherheit für die Planung ihres eigenen Weges nach dem Gymnasium.
Text: Christian Schwerdtfeger
Bilder: Luisa Götz, Lilly Wichmann und Mira Meisch



