Experimente mit erschreckendem E – Die Chemie der Lebensmittelzusatzstoffe
Wer hätte gedacht, dass Chemieunterricht einmal so unterhaltsam sein kann wie eine Mischung aus Zaubervorstellung, Kochshow und Wissenschafts-Comedy?
Die Schülerinnen und Schüler der 11. Jahrgangsstufe des NTG-Zweigs vom Gymnasium Steigerwald-Landschulheim Wiesentheid erlebten kurz vor den Osterferien eine ganz besondere Doppelstunde und dürften seitdem anders durch den Supermarkt gehen.
Zu verdanken ist dies Chemiedozent Dr. Christian Ehli von der Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg, der mit seinem Programm „Chemistry on Tour“ eindrucksvoll bewies: Chemie steckt überall und gerade in Supermarktprodukten.
Unter dem vielversprechenden Motto „Experimente mit erschreckendem E – Chemie der Lebensmittelzusatzstoffe“ verwandelte sich der Chemiesaal kurzerhand in eine Mischung aus Hörsaal, Labor und Comedy-Bühne, auf der nicht nur experimentiert, sondern auch gestaunt und gelacht wurde.
Statt trockener Theorie gab es eine interaktive Show mit humorvollen Erklärungen, verblüffenden Experimenten und die ein oder andere Erkenntnis, die zeigte, dass Chemie weder langweilig noch unverständlich sein muss, sondern im besten Fall ziemlich verblüffend ist.
Dr. Ehli entführte die Klasse in die Welt der E-Nummern – Jene geheimnisvollen Codes auf Lebensmittelverpackungen, die bei vielen Verbrauchern nur für Stirnrunzeln sorgen. „E330? Klingt gefährlich!“, dachte sich wohl so mancher Schüler – Bis der Chemiker erklärte, dass sich dahinter schlicht Zitronensäure verbirgt. Plötzlich war aus dem „bösen E“ eine harmlose Alltagschemikalie geworden.
Auch alltägliche Rätsel wurden gelöst: Warum wird ein frisch geschnittener Apfel oder Bananenbrei braun? Eine Frage, die sich wohl jeder Schüler schon einmal gestellt hat. Dr. Ehli hatte nicht nur die Antwort parat, sondern auch gleich das Gegenmittel: Mit ein bisschen Chemie-Wissen konnte er zeigen, wie man den ungeliebten Braunton verhindert und dies ganz ohne Zauberei, sondern mit purer Wissenschaft.
Doch damit nicht genug: Wer hätte gedacht, dass man mit einer Brausetablette und etwas Wasser eine Mini-Rakete bauen kann? Oder dass Tintenkiller nicht einfach nur „Tinte wegmacht“, sondern eine clevere chemische Reaktion darstellt?
In zwei kurzweiligen 45-minütigen Einheiten gelang es dem Referenten, komplexe Themen wie Säure-Base-Reaktionen und Redoxprozesse so anschaulich und humorvoll zu vermitteln, dass die 90 Minuten wie im Flug vergingen. Immer wieder schlug er die Brücke zum Alltag der Jugendlichen – Denn Chemie findet eben nicht nur im Labor statt, sondern steckt auch im Pausenbrot und eben in vielen Supermarktprodukten.
Neben all den Experimenten gab es auch einen Blick in die Zukunft: Studiengänge und Berufsmöglichkeiten im Bereich Chemie wurden vorgestellt. Vielleicht der Startschuss für die eine oder andere wissenschaftliche Karriere.
Am Ende gab es nicht nur Applaus, sondern auch ein kleines leuchtendes Andenken: Knicklichter für alle. Ganz nach dem Motto: Chemie bringt Licht ins Dunkel und manchmal auch ins Klassenzimmer.
Fachbetreuer Ralf Förster zeigte sich begeistert und bedankte sich herzlich für die mitreißende Show. Und die Schülerinnen und Schüler? Die dürften beim nächsten Einkauf wohl etwas genauer hinschauen.
Fazit: Chemie kann mehr als nur rauchen, stinken und gelegentlich krachen – Sie kann begeistern, überraschen und richtig Spaß machen. Und wer sich jetzt im Supermarkt fragt „Was bitte ist E471?“, denkt vielleicht schmunzelnd an diese besondere Unterrichtsstunde zurück.
Wer traut sich, zu Hause die Brausetabletten-Rakete nachzubauen?
Text: Ralf Förster
Bilder: Ralf Förster


