Am Donnerstag, den 21.05.26 besuchten wir, die Schülerinnen und Schüler der 9. Klassen, gemeinsam mit unseren beiden Lehrkräften Frau Stahl und Herrn Godron die KZ-Gedenkstätte Flossenbürg. Los ging es um 8 Uhr am LSH mit dem Bus. Nach ca.  2 1/2 Stunden Fahrt kamen wir dort an und teilten uns in zwei Gruppen auf, die jeweils eine Gruppenleiterin bekamen. Danach wurden wir über das Gelände des ehemaligen Konzetrationslager geführt. Auf alten Fotos wurden uns die Baracken gezeigt, da jetzt auf der Hälfte der Fläche ganz normale Wohnhäuser stehen. Im Original erhalten gibt es noch ein Haus, welches früher das sogenannte „Waschhaus“ war.  In dieses Gebäude kamen die Häftlinge nach ihrer Ankunft zuerst hinein, um ihnen die Kleider wegzunehmen und sie zu reinigen. Aber nicht so wie wir es kennen, sondern mit einem Mittel, das so scharf war, dass es die ganze Haut verätzte. Danach wurden sie in Duschen geschickt, wo zwar kein Gas, aber sehr heißes oder sehr kaltes Wasser herauskamen. Anschließend gingen wir in einen Raum, in dem Stimmen in verschiedenen Sprachen zu hören waren, von Leuten, die überlebt hatten. Sie erzählten von ihrem Leid, Krankheiten und Hunger, welchen sie versuchten zu stillen, indem sie sich zusammen ein Hähnchen vorstellten. Denn zu Essen bekamen sie nur die Reste, die beim Kochen für die Führungskräfte des Lagers übrig blieben. Am Schluss des ersten Teiles warfen wir noch einen Blick in das Krematorium. Das war ein sehr komisches Gefühl, an dem Ort zu stehen wo normale Leute wie wir einfach wie Müll verbrannt wurden.

Nach einer kleinen Mittagspause ging es weiter in den Gruppen, denn jetzt hatten wir jeweils einen Workshop. Die eine Gruppe lernte etwas über Zivilcourage. Dazu machten sie ein Rollenspiel, welches die Jugendlichen in die damalige Zeit versetzen sollte: ein Zug gefüllt mit Gefangenen und Juden fährt durchs Dorf und hält. Was hättest du gemacht in dieser Situation?  Geholfen? Weggeschaut? Sich darüber lustig gemacht?

Die zweite Gruppe beschäftigte sich mit dem Leben einer recht wohlhabenden jüdischen Familie aus dem Nachbardorf von Flossenbürg. Sie schauten sich die einzelnen Personen, den Vater, die Mutter und die zwei Söhne anhand historischer Quellen, wie zum Beispiel erhaltene Briefe, genauer an. Außerdem verglichen sie die persönlichen Erlebnisse der Familie mit den allgemeinen Geschehnissen in Deutschland zu dieser Zeit, z.B. wie sie die „Reichsprogromnacht“ 1938 erlebt haben.

Am Schluss haben wir noch ein Gruppenfoto gemacht und um 16 Uhr ging es dann wieder mit dem Bus zurück nach Wiesentheid.

Für uns alle war dies ein sehr interessanter, bewegender Tag, weil wir den Nationalsozialismus gerade in der Schule behandeln. Durch die Exkursion ist uns einiges bewusster geworden, vor allem welche grausamen Taten die Nazis und ihre Anhänger vollbrachten. Wir hoffen alle, dass wir daraus gelernt haben und sich diese Ereignisse nie wieder mehr wiederholen werden.

 

Text: Hanna Fervert, 9b

Foto: Harald Godron: Die Exkursionsgruppe auf dem Gelände der KZ-Gedenkstätte Flossenbürg.