– Zwischen Street Art, Museen und ganz viel Essen
Drei Tage Berlin – das bedeutete für uns: viel Kunst, viel Kultur, viel Laufen und noch mehr Eindrücke, die man nicht so schnell vergisst. Ende Juli machten sich Schülerinnen und Schüler 11. Jahrgangsstufe auf den Weg in die Hauptstadt – neugierig, gespannt und mit bequemen Schuhen im Gepäck.
Gleich zu Beginn stand ein echtes Abenteuer auf dem Plan: der Teufelsberg. Auf dem Gelände der ehemaligen US-Abhörstation erwartete uns eine riesige Street Art Gallery, mitten im Grünen und mit beeindruckendem Blick über ganz Berlin. Zwischen bunten Wandgemälden, politischen Statements und alten Radarkuppeln konnte man sich kaum entscheiden, ob man zuerst fotografieren oder einfach nur staunen sollte, wie viel Grün in und um unsere Hauptstadt herum doch eigentlich zu sehen ist.
Ein ruhigeres, aber nicht weniger beeindruckendes Kontrastprogramm bot das Brücke-Museum in Dahlem. Die Ausstellung zu Irma Stern, einer expressionistischen Künstlerin mit südafrikanischen Wurzeln, sorgte für Gesprächsstoff. Ihre Werke waren farbintensiv, teils wild, teils nachdenklich – und warfen Fragen auf über Herkunft, kulturelle Identität und die Rolle von Kunst in der Geschichte.
Im Humboldt Forum wurde es international: Asiatische Kunst und Kultur standen im Mittelpunkt – und zwar nicht trocken und museal, sondern lebendig, bunt und oft überraschend. Viele von uns kamen hier das erste Mal mit Kunst aus Ländern wie Japan, Indien oder Indonesien in Berührung.
Auch die Ausstellung „Roads not Taken“ war alles andere als gewöhnlich. Sie zeigte alternative Wege der deutschen Geschichte – was wäre passiert, wenn Dinge anders gelaufen wären? Was wäre z.B., wenn das Stauffenberg-Attentat auf Hitler geglückt wäre? Oder wenn der Kalte Krieg nicht ,kalt‘ geblieben wäre? Die Ausstellung hat viele zum Nachdenken gebracht – nicht zuletzt, weil sie gezeigt hat, wie nah Geschichte und Zufall manchmal beieinander liegen.
Ein echtes Highlight war der Besuch der Neuen Nationalgalerie. Die Gerhard Richter Ausstellung hat viele beeindruckt – von großformatigen, farbintensiven Bildern bis hin zu minimalistischen Strukturen war alles dabei. Die beiden Guides vermochten es, abstrakte Kunst zugänglich zu machen und Hintergründe zu erklären – und waren zudem jederzeit dazu bereit, sich auch auf Diskussionen einzulassen, wieso manches überhaupt als „Kunst“ gilt, auch wenn das nicht für jeden immer gleich sein muss. Besonders spannend waren aber auch die Sonderausstellungen zu Yoko Ono und Lygia Clark. Hier durften wir selbst aktiv werden, Dinge anfassen, mitgestalten und ausprobieren. Kunst zum Mitmachen – mal seltsam, mal lustig, manchmal auch einfach nur skurril.
Auch die Abende hatten ihren ganz eigenen Reiz. Am Montag besuchte die Gruppe ein Jazzkonzert mit original Berliner Flair – entspannte Stimmung, gute Musik und ein authentischer Einblick ins Berliner Nachtleben.
Natürlich blieb auch genug Zeit, Berlin auf eigene Faust zu erkunden. Viele nutzten die Gelegenheit, sich durch die kulinarische Vielfalt der Stadt zu probieren – ob Burger, asiatische Küche, Döner oder klassisch Currywurst mit Pommes rot-weiß. Man könnte sagen: kulturelle Bildung ging auch durch den Magen.
Die Studienfahrt war weit mehr als ein gewöhnlicher Schulausflug. Sie bot den Schülerinnen und Schülern nicht nur vielfältige Einblicke in Kunst, Geschichte und Kultur, sondern förderte auch Selbstständigkeit, Teamgeist und die Fähigkeit zur kritischen Auseinandersetzung mit gesellschaftlichen Themen. Berlin hat nicht nur inspiriert und herausgefordert, sondern auch bleibende Eindrücke hinterlassen – sowohl fachlich als auch persönlich. Eine Woche, die nachhaltig wirkt und den schulischen Bildungsauftrag in besonderer Weise lebendig werden ließ.
Text: Henriette Brand
Fotos: Henriette Brand, Antonia Kramp, Mira Meisch

















